Samstag, 8. Juli 2023
Über den Bernardinopass ins Hinterrheintal
Den gestrigen Ritt spürten wir morgens in den Beinen, als wir kurz nach 9 auf die Drahtesel stiegen. Zunächst mussten wir noch ca. 450 HM bis zur Passhöhe überwinden. Auch heute begeisterten uns die Wiesenblumen am Straßenrand, auch Orchideen waren wieder dabei. Oben angekommen empfing uns ein kalter Wind und Nebelschwaden zogen über den Grat. Die Aussichten ins Mesolcina- als auch ins Hinterrhein-Tal waren etwas beeinträchtigt, doch wurden wir Zuschauer von einem Event der Alphornbläser. An die 30 Leute eines Bündner Heimatvereins bereiteten ein Fest vor, zu dem leckere Kleinigkeiten angeboten wurden. Die Bläser spielten sich eine Weile ein, sodass wir bei ein paar Stücken zuhören konnten. Die Gaststätte am Bernardino ist urig mit viel bündner Atmosphäre.
Freitag, 7. Juli 2023
Locarno, und rauf nach San Bernadino
Einen Ruhetag hatten wir uns verdient. Erfreulicherweise bekamen wir mit der Übernachtung auf dem Campingplatz das Tessinticket dazu. Somit fuhren wir kostenlos mit Zug nach Locarno und verbrachten einen Sightseeing-Tag.dort. Die Altstadt und die Flaniermeile am See sind sehenswert. Bellinzona hatten wir uns am Vorabend angeschaut und stießen auf etliche Live-Musik-Events. In Locarno liefen die Vorbereitungen für ein Festwochenende mit Märkten, Livemusik und Feuerwerk. Ein Tag in der Stadt reichte mir schon, danach freute ich mich wieder auf das Radeln.
Heute, am Freitag, stiegen wir ausgeruht aufs Rad und fuhren entspannt Richtung Berardinopass.
Mittwoch, 5. Juli 2023
Chiggiogna - Bellinzona
Ist es nicht schön?
Nach der gestrigen grandiosen Fahrt über den Gotthardpass, bei der wegen der herrlichen Aussichten die Abfahrt ähnlich lang dauerte wie der Aufstieg, fuhren wir heute durch die Leventina (Name für das Tal) bis Bellinzona. Das Örtchen Giornico zog uns mit alten Häusern und der romanischen Kirche San Nicola in seinen Bann. Die Fotos mit den Steinbrücken über das Flüsschen Ticino (Tessin) zeigen ein paar Eindrücke. Gegen Mittag verstärkte sich der Wind talsufwärts derart, dass wir trotz Gefälle strampeln mussten um vorwärts zu kommen. Nach 46 km kamen wir groggy am Camping an. Ich fahre lieber einen Pass hoch, als gegen so einen Wind anzukämpfen.
Vermutlich bleiben wir hier 2 Tage, denn mit der Gästekarte können wir kostenlos mit Bus und Bahn im Tessin herumfahren und uns die schönen Orte anschauen.
Dienstag, 4. Juli 2023
Montag, 3. Juli 2023
Gurtnellen - Andermatt
Im Hotel Sternen, in dem wir übernachteten, arbeitet ein Team aus Berlinern. Schon lustig, wenn man im Kanton Uri beim Abendessen und Frühstück die Leute "Berlinern" hört. Die Geschichte dazu müssen wir mal erzählen, die ist zu lang um sie hier zu schreiben. Nach unserer Ankunft hier erwanderten wir noch den "Stäubenweg Gurtnellen", den ich bei Outdooractive entdeckte und der zu den Wasserfällen Dreistäuben und zur gleichnamigen Kapelle führte. Das brachte uns zu den erradelten 800 noch 250 Höhenmeter dazu.
Montagmorgen nahmen wir den Anstieg nach Andermatt in Angriff. Die vielen sehenswerten Ausblicke - unter anderem beobachteten wir eine Kletterseilschaft und sahen uns die Teufelsbrücke an - bescherten uns viele kurze Pausen, sodass wir erstaunlich fit auf dem Gotthard Camping eintrafen. Weil sich das Wetter von der sonnigen Seite zeigte, gammelten wir auf der Wiese und beobachteten die eintrudelnden Radler, Wanderer, Motorradfahrer beim Aufstellen der Zelte. Gern erinnerte ich mich an die Rheinradtour, die ich im August 2009 mit Dana hier begann (http://staubfinger.blogspot.com/2009/08/schweiz-rheinroute.html?m=1).
Sonntag, 2. Juli 2023
Brunnen - Gurtnellen
Die Nacht über gab es immer wieder Schauer und auch am Morgen mussten wir den Kaffee im Zelt kochen, weil es regnete.
Zum Glück klarte es langsam auf, während wir das nasse Zelt einpackten, die Regenjacken anzogen und in Richtung Fluelen aufbrachen. Die Straße windet sich am und durch den Fels am Steilufer des Vierwaldstädter Sees entlang und bietet herrliche Aussichten. Der nasse Start war schnell vergessen. Bei mir kamen immer wieder Kindheits Erinnerungen hoch, war ich doch früher schon ein paar Male hier. Der Eurovelo 5, dem wir folgen, führt leider häufig an der Autobahn entlang und an Altdorf vorbei. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Altdorf, sahen das Wilhelm Tell Denkmal an (Grüße von Friedrich Schriller ;-) ) und tranken einen Kaffee. Unser bisheriges Fazit: die Schweizer können Käse, Schokolade und Kaffee, die Franzosen Croissants, Wein und Käse, die Spanier Wein und Tapas, ... was können die Deutschen? Naja, Bier natürlich.
Wo sich die Autobahn in den Gotthardtunnel verabschiedet, wurde es endlich ruhiger, wenn man vom Dauertauschen der Reuss absieht. Das Tal verengt sich und es zwängen sich Fluss und Straße hindurch. Die Steigung ist machbar, so radelten wir in den kleinsten Gängen bis zum heutigen Ziel Gurtnellen. In Ermangelung.eines Campingplatzes weichen wir in ein Hotel aus. Das pitschnasse Zelt kann in der Fahrradgarage trocknen. Statt Essen vom Gaskocher gönnen wir uns heute das Restaurant unserer Unterkunft :-D.
Am Wegesrand stießen wir auf ein Wasserspiel, bei dem etliche Zwerge diverse Tätigkeiten ausüben, welche durch ein Wasserrad angetrieben werden.
Samstag, 1. Juli 2023
Sempach - Brunnen
Heute am Samstag strahlte nach der Auflösung des Frühdunstes wieder die Sonne, was auch gute Fahrlaune versprach. Anders als an den letzten Tagen überwiegen schöne Abschnitte, auch wenn der Radweg immer wieder an oder auf stark befahrenen Straßen entlang führt. Bisher kam uns die Schweiz sehr laut vor. Nur wenige Momente der Ruhe waren uns gegönnt, da fortwährend Verkehrs- oder Baulärm zu hören war. Die Hälfte der heutigen Strecke verlief am Vierwaldstädter See, meist sogar am Ufer entlang. In Beckenried nahmen wir die Fähre nach Gersau, von dort aus noch ca. 5 km bis zum Camping bei Brunnen. Luzern ist wie immer wunderschön und wir fanden ein schönes Plätzchen am See für die Vesper. Leider war es voller Touristen, was vermutlich im Sommer, erst Recht am Wochenende stets der Fall ist. So langsam kommen wir in unsere Touren-Törn-Routine, die Abläufe klappen wieder wie am Schnürchen. Heute "verkochen" wir die letzten Vorräte, damit wir keinen unnötigen Ballast die Berge hochschleppen.
Freitag, 30. Juni 2023
Aarburg - Sempach
Nachdem wir einen wunderschönen Abend in der Altstadt von Aarburg mit Fredi und Susanne verbrachten, weckte uns der Regen am Morgen. Den ganzen Tag über sollten die Schauer anhalten, jedoch erwiesen sie sich als halb so schlimm, weil wir unsere Kaffeepause in Sursee passend koordinierten. Die Strecke zeigte zwei Gesichter: Laute, unschöne Passagen entlang von stark befahrenen Straßen wechselten mit idyllischen Strecken an Feldern und Bächen. Ab Sursee fuhren wir wieder auf dem Eurovelo 5 entlang des Sempacher Sees bis zum Camping an Selbigem.
Donnerstag, 29. Juni 2023
Basel - Pratteln - Aarburg
Der erste Campingplatz war ein Volltreffer: Platz direkt am Rhein mit idyllischem Sonnenuntergang, dabei ein Panache in der Hand. Der Kiosk 30 m entfernt.
Nette Nachbarn zum Quatschen auch noch dazu.
Heute gab es einen Vorgeschmack auf die Pässe. Beim Weg über Gelterkinden nach Aarau mussten wir enorme Steigungen überwinden und dazu mehrfach am Berg pausieren. Wir sind noch nicht im Bergmodus angekommen. Dafür fanden wir mit Camping Wiggerspitz einen netten Platz, von dem wir heute Abend ins Städle von Aarburg rüber spazieren, um Fredi und Susanne zu treffen. Darauf sowie auf die kurze Tour morgen nach Sursee freuen wir uns sehr. Auf den Fotos: Restaurant Kreuz in Stüsslingen, Ratskeller und Holzbrücke in Olten.
Mittwoch, 28. Juni 2023
Mit dem Rad durch die Schweiz
Mit dem Beginn der Sommerferien startet auch mein Sabbathalbjahr. Die erste Aktivität wird eine Radreise mit Christiane von Basel aus entlang der Nord-Süd-Route durch die Schweiz bis Bellinzona sein. Schon lange haben wir uns auf die Radtour gefreut, die wir wie immer entspannt angehen werden und uns keine Zeitvorgaben machen. Den weiteren Verlauf werden wir erst während der Tour entscheiden. Die Anreise mit der Bahn beginnt gut, die Aufzüge am Bahnhof funktionieren :-).
Montag, 12. Juni 2023
FraJu im Juni 2023
Herzlichen Dank an Melanie für diesen Gastbeitrag:
Auch in diesem Jahr begaben wir uns auf das Abenteuer "Frankenjura". Die meisten von uns hatten bereits letztes Jahr beim Landgasthof Fischer in Stierberg Quartiere gebucht, während andere auf Campingplätze oder nahegelegene Unterkünfte auswichen. Mit großer Vorfreude packten wir am 06.06. unsere Klettersachen und bereiteten alles für unsere Abreise am nächsten Tag vor. Am Abend erhielten wir einen Anruf von Christiane, die uns mitteilte, dass Daniel gerade wegen einer Blinddarmentzündung operiert wurde und noch unklar war, ob die beiden überhaupt am Kletterurlaub teilnehmen könnten.
Dieser Anruf trübte die Stimmung bei uns anderen. Ein Frankenjura ohne Christiane und Daniel schien irgendwie schwer vorstellbar zu sein...
Am 07.06. machten wir uns schließlich auf den Weg nach Bayern und kamen rechtzeitig zum Abendessen in Stierberg an.
Am nächsten Tag ging es endlich zu den Felsen. Es war uns wichtig, dass für jeden etwas dabei war. Wir suchten Routen mit Schwierigkeitsgraden von 4 bis 9, idealerweise gut abgesichert und familienfreundlich. 😊
Unsere Wahl fiel schließlich auf den Dreistaffelfels. Es war ein wunderschöner erster Klettertag, der jedoch am Nachmittag von einem plötzlichen Regen- und Gewitterschauer beendet wurde. Leider mussten wir unsere Exen und Schlingen in der Wand zurücklassen, da der Regen zu stark wurde.
Schließlich erhielten wir die Nachricht von Daniel und Christiane, dass sie am Abend in Stierberg eintreffen würden. Nicht einmal eine OP konnte Daniel davon abhalten, im Bett zu bleiben. Das erfüllte uns mit großer Freude.
Vor dem Abendessen hörte der Regen schließlich auf, sodass Joda und ich unsere Ausrüstung vom Felsen retten konnten.
Abends saßen wir wieder gemeinsam beim Landgasthof Fischer und genossen ein leckeres und gemütliches Abendessen. Robert und ich versuchten erneut, trockenen Rotwein zu bestellen. Wir haben jedoch eingesehen, dass wir in der Fränkischen lieber beim weißen Wein bleiben... Dennoch war das Essen wieder vorzüglich und die Gastfreundschaft kaum zu übertreffen.
Am nächsten Tag machten wir uns alle auf den Weg zur Hexenküche. Das erfüllte Christiane und mich mit großer Freude, da wir noch ein offenes Projekt aus dem letzten Jahr hatten: den Kleinen Pfeiler im Vorstieg, eine 5-. Es handelte sich um eine gut abgesicherte Route entlang der Kante. An einer Stelle war es etwas weit, und man musste Mut fassen, um zu klippen. Wir waren voller Freude, diese Route zu meistern, hatten unseren Mut beisammen und brachten auch Galgenhumor mit – und wenn alles andere fehlschlug, hatten wir noch die Panikexe dabei. 😊
Also legten wir los, gesichert und bereit. Alles lief problemlos... bis zu besagter Stelle. Gerade als ich meine Hand in ein Loch stecken wollte, um nach oben zu greifen und zu klippen, hörte ich ein lautes Summen oder Brummen aus dem Loch. Es klang für mich wie eine Hummel oder eine Hornisse (die Dame war schon im letzten Jahr dort gewesen). Jedes Mal, wenn ich meine Hand in die Nähe brachte, wurde das Brummen lauter. Mit meinem lebhaften Kopfkino und einem Meter über der Exe griff ich schließlich zur Panikexe. Ich konnte klippen und mich dann sicher wieder nach unten abseilen lassen. 😊 Christiane machte sich daraufhin auf den Weg nach oben. Auch sie hörte das Brummen. Beim näheren Betrachten des Loches entdeckte sie darin einen Siebenschläfer. Also umging sie das Loch großzügig, was dazu führte, dass wir von der Route abweichen mussten, um über einen bauchigen Teil zum Top zu gelangen. Aber wir haben es geschafft! Danach kletterte ich die Route noch einmal im Vorstieg und meisterte sie schließlich. 😊 Vielleicht klappt es beim nächsten Mal auch ohne einen Siebenschläfer. Wer weiß...
Es war ein wundervoller Nachmittag mit abwechslungsreichen Routen. Auch in der Hexenküche war für jeden etwas dabei.
Abends waren wir beim Gasthof Herbst essen. Aufgrund unserer Gruppengröße konnten wir leider nicht alle zusammen an einem Tisch sitzen. Dennoch war es ein sehr schöner Abend.
Am letzten Tag ging es zur Betzensteiner Sportkletterwand. Ein sehr abwechslungsreicher Fels mit vielen Routen, schön im Schatten und ausreichend Platz für unsere Hängematten. 😊
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der Kurzurlaub sehr viel Spaß gemacht hat. Die Gruppe harmonierte hervorragend, das Essen und die Unterkunft waren großartig!
Eins steht fest: Nächstes Jahr zu Fronleichnam werden wir wieder dorthin fahren!
Viele Grüße
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