Mittwoch, 11. April 2012

Cañon del colca - zwei Tage Trekkingtour

Es gibt viel zu berichten! Da brauche ich schon einen 'Ruhetag', um die ganze Korrespondenz zu erledigen und den Blogbeitrag zu schreiben.
Kaum in Arequipa angekommen buchten wir eine 2-Tages Trekkingtour zum Canon del Colca - der zweittiefste Canon der Welt. Uebringens mehr als zweimal so tief wie der Grand Canyon in Arizona. 
Um 3 Uhr aufstehen war schon hart, aber was nehmen wir nicht alles auf uns, um der Leidenschaft des Wanderns zu froenen. Mit dem Minibus fuhren wir mit einer Gruppe zusammen bis Chivay, konnten dort fruehstuecken und fuhren dann weiter zum Mirador. Dort hatten wir ziemliches Glueck! Die Nebelbank verzog sich, die Sonne brachte die Thermik in Gang und so liessen sich auch die Condore blicken. Insgesamt 7 habe ich gezaehlt, 3 davon segelten mehrfach nah ueber die Touristenkoepfe hinweg. Der Tourismus hat mittlerweile das Tal fest im Griff, so dass am Mirador ca. 150 Menschen am Morgen auf die Condore warteten. Anschliessend wurden wir zum Startpunkt der Wanderung gebracht, von wo aus der lange Abstieg (ueber 1000 Hoehenmeter) in das Tal begann. Auf der anderen Seite des Rio Colca mussten wir erst wieder bergan kraxeln, bevor es in einer gemuetlichen Huette ein leckeres vegetarisches 'almuerzo' gab. Wegen uns mussten die anderen wohl alle vegetarisch essen ;-) .
Schliesslich endete die Tour am ersten Tag unten im Tal in 'Oasis', wo wir uns im Pool erfrischen konnten. Bis vor wenigen Jahren gab es im gesamten Tal keinen Strom und auch wir mussten uns mit den Linternas (Taschenlampen) orientieren. Nach wenig Schlaf nahmen wir im Morgengrauen den 900 bis 1000 Hoehenmeter Aufstieg zum Pueblo Cabanaconde in Angriff. Da es erst in Cabanaconde Fruehstueck gab, hatten wir eine zusaetzliche Motivation. Wer mich kennt, weiss, dass ich vor dem ersten Kaffee am Morgen noch ziemlich muffelig sein kann. Deshalb nahm ich den Anstieg zuegig in Angriff und marschierte Ralf hinterher, der in Rekordzeit oben war und ca. die Haelfte der angekuendigten Zeit brauchte ;-) - typisch Schuepf eben!
Die begeisternden Ausblicke werden hoffentlich durch die Fotos deutlich.
Nach weiteren Ausblicken auf die Terassen im Tal, die noch aus der Zeit der Inka stammen und bis heute fuer den Anbau benutzt werden, fuhren wir wieder nach Chivay zu den heissen Quellen, die im anliegenden Bad genutzt werden koennen.
@Siegfried und Maria: Von diesem Punkt aus, der euch sicher noch wohlbekannt ist, sind es nur noch ca. 30 Minuten Fahrt bis zum Dorf Tuti. Leider war es mir nicht vergoennt, bis Tuti zu fahren.
Etwas ueberzogen finde ich die 70 Soles (ca.20 Euro), die vor dem Eintritt zum Tal berappt werden muessen.
Insgesamt fuehle ich mich Arequipa recht wohl, insbesondere ob der vielen Outdooraktivitaeten, die sich hier bieten. Mal wieder stehen wir vor dem Problem, auswaehlen zu muessen. Ich schwanke noch, ob ich die Besteigung des Misti, der 5800 m hohe 'Hausberg' von Arequipa angehen soll. Eine MTB-Tour oder ein Felsklettertrip sind natuerlich auch verlockend .....
Wie auch immer, heute stehen Museumsbesuch, Chillen und das Auskundschaften der Kletterhalle auf dem Programm! Bis denne, Daniel. 
Ein Condor zieht seine Kreise im Aufwind.
Eine Frau aus Cabanaconde (erkennt man am Hut) mit ihrem Alpaka.
Ralf auf den letzten Metern im Tal - vorneweg, vesteht sich!
Mittagsrast in einem kleinen Dorf.
Unser Domizil fuer die Nacht - schweissgebadet stuerzten wir uns sofort in den Pool. Auf dem Bild aalt sich Ralf schon darin.
Cabanaconde - Plaza de Armas
Die Terassen im Tal des Colca.
Am Ufer des Colca - von hier aus ist es nicht mehr weit bis Tuti. Dieses Bild ist Maria und Siegfried gewidmet!
Alpakas im Nationalpark.
Ein Vikuña

Arequipa - die 'weiße' Stadt

Sonntag, 8. April 2012

Sanddünen und Lagune von Huaca China

Nachdem wir den Ostertrubel am Strand von Paracas ausgiebig erleben durften, gings heute mit einer Tour nach Ica und Huaca China weiter.
Ica und das nahegelegene Pisco sind, wie der Name verrät, für Wein und Pisco-Herstellung berrühmt. Während der Besichtigung eines Weinguts ließen wir uns nicht nur die Piscoherstellung erklären, sondern kosteten diverse Pisco und Weinprodukte. Naturalmente en Ica hay el mejor Pisco! En Chile el es peor.
Danach wurden wir Zeuge der Verrücktheiten von Huaca China. Das 'Sandboarden' auf den riesigen Sandünen kann ich noch nachvollziehen. Auch das Befahren mit Sandbuggys entbehrt nicht eines Spaßfactors. Aber das Baden im stinkenden Wasser der kleinen Lagune ist fast ekelerregend. An der einen Seite baden die Leute, auf der anderen pinkeln sie direkt ins Wasser. Die peruanischen Touristen fielen wie Heuschrecken über die an sich malerische Oase her. Sehr witzig waren auch die picknickenden Menschen, die sich direkt unter den Verbotsschildern in der Grünanlage niederließen.
Für uns gehts jetzt weiter nach Arequipa - die Wartezeit im Busbahnhof verkürze ich gerade mit dem Schreiben des Blogeintrags. Sobald WLan in Reichweite ist, schicke ich den Beitrag ab. ;-)

Donnerstag, 5. April 2012

Islas Balestas - das kleine Galapagos

Am Strand von Paracas geht es sehr touristisch zu, insbesondere zu den Osterfeiertagen. Glücklicherweise haben wir rechtzeitig daran gedacht, das Quartier zu reservieren, sonst wäre es eng geworden.
Um die Islas Balestas mit den Zig-Tausenden Vögeln sehen zu können, mussten wir uns einem Touritrip anschließen. Die Eindrücke konnte ich mit meiner Handykamera nur unzureichend einfangen. Die Inseln sind übrigens Ursprung des 'Guano-Dünger'- Booms. Zum Schutz der brütenden Vögel ist der Abbau heute stark eingeschränkt, obwohl die Vogelmassen weiterhin jede Menge Sch..... dort hinterlassen.

Dienstag, 3. April 2012

Lima aus meiner Sicht ...

 

Nun ein wenig Text zu den Fotos.
Lima hat mich positiv überrascht. Nach den verschmutzten Städten im Norden und den Müllhalden an den Straßen hatte ich eine stinkende Großstadt erwartet. Stattdessen erfreue ich mich an sauberen Plätzen und Straßen und gepflegten Grünanlagen. Rund um die Uhr ziehen Saubermänner und -frauen durch die Straßen um Müll zu entsorgen (vielleicht vermehrt wegen der Semana Santa). Nach einem Tag in der Altstadt, an dem wir abends den Prozessionen am Palmsonntag zusehen konnten, fuhren wir mit recht neuen 'Metropolitan'-Buslinie am Nobelviertel San Isidoro vorbei nach Miraflores, dem Stadtviertel am Strand. Dort trafen wir auf ein voll auf Tourismus und Kommerz ausgerichtetes Viertel, das mit einer großen Einkaufsmeile über dem Strand protzt. Reisende aller Länder versammeln sich hier, die meisten aus den 'Estados Unidos'. Das ist sicher nicht mein Ding!
Die ca.6 km lange Fahrt - wie alle Fahrten - mit dem Metrobus kostet umgerechnet ~ 0,40 €. Da kann man nicht meckern.
Die Polizeipräsenz vermittelt einem ein sicheres Gefühl, auch wenn man nie weiß, ob dem so ist.
Der Park mit den Wasserspielen hat uns derart beeindruckt, dass wir am letzten Tag noch einmal dorthin möchten. Unter anderem erfuhren wir, das in Lima pro Person doppelt so viel Wasser verbraucht wird, wie in Deutschland. Eine Initiative soll das ändern. Im Park wurden wir noch Zeuge einer großen Demo für die Inclusion von Autisten in die Regelschule. ;-)
Während einer Ruhepause in einem Park lauschten wir den Gedichten und Texten eines Literaturevents, als eine Gruppe von Schülern zu uns kam und uns über die Vorträge interviewte. Die sprachlichen Hürden führten zu manchen Lachern! Zum Schluss mussten sie noch ein Beweisfoto für ihren Lehrer machen.
Nach Huaraz gibt es also auch in Lima ein paar Pluspunkte für Peru.
Anbei noch ein paar Fotos von Miraflores und der Metro.